Drei Lehrfilme der ETH Zürich erklären die «Testplanung»

Montag, 07.01.2019
An der ETH Zürich wurden im Rahmen des MAS-Programm in Raumplanung drei Lehrfilme über die Methode Testplanung produziert. Ziel war es, Planungsprozesse sichtbar zu machen und den Akteuren eine Stimme zu geben. Gezeigt wird das Beispiel Attisholz im Kanton Solothurn. Für das ehemalige Industrieareal Attisholz wurde hier mit einer Testplanung die bestmögliche Lösung für eine neue, sinnvolle Nutzung des Bodens gefunden.
Filmausschnitt Lehrfilm Testplanung der ETH Raumplanung
http://www.masraumplanung.ethz.ch/forschung/lehrfilme.html

Die Raumplanung ist heute mehr denn je gefordert, für eine geordnete und bodensparende Besiedelung des Landes zu sorgen. Damit dies gelingt, müssen die bereits heute überbauten Bauzonen besser genutzt werden. Sogenannte Testplanungen können einen wesentlichen Beitrag leisten, diese Aufgabe zu lösen. Der dreiteilige Lehrfilm des Weiterbildungsprogramms in Raumplanung der ETH Zürich zeigt am Beispiel der Testplanung Attisholz auf, was eine Testplanung ist und welche Akteure involviert sind.

Was eine Testplanung ist

Die Testplanung wird als «gemeinsamer Lernprozess mit offenem Ausgang» charakterisiert. Sie ist ein informelles Instrument für komplexe Situationen, der ein bis 1,5 Jahre dauert. Alle wichtigen Akteure – Grundeigentümerinnen, Industrielle, Fachexperten, der Kanton, die Standort-Gemeinden, etc. – erarbeiten in einem Austausch gemeinsam eine Lösung. Als Resultat erhalten die Auftraggeber den in der jeweiligen komplexen Situation erfolgversprechendsten Lösungsansatz.

Im Attisholz übernahm der Kanton die Initiative, um das riesige, ehemalige Industrieareal an der Aare in etwas Neues umzuwandeln und den nicht mehr genutzten, aber überbauten Boden einer neuen Nutzung zuzuführen. Mit der Testplanung zeigte der Kanton Mut, ging ein Risiko ein und war bereit, die Hälfte der doch hohen Kosten dieser Testplanung zu übernehmen.

Akteure in der Raumplanung erhalten eine Stimme

Die Stärke der Lehrfilme ist, dass die unterschiedlichen Akteure zu Wort kommen und im Video vor Ort – im Attisholz oder im Industrie-Unternehmen Borregrad – die Geschichte der Testplanung erzählen. Sie benennen die Hintergründe, Bedenken, Zweifel, Schwierigkeiten und Erfolge.

Es handelt sich jedoch nicht um Kurzfilme. Jeder Film dauert zwischen 24 und 30 Minuten. Es lohnt sich aber, die drei Filme nacheinander anzusehen. Gerade für Gemeindebehörden oder Grundeigentümer, an welche die Idee einer Testplanung herangetragen wird, erhalten durch die Filme ein gutes Verständnis davon, was es für eine Testplanung braucht und was ihr Gewinn ist. Beim Attisholz heisst das zum Beispiel: Nach der Testplanung gibt es hier mehr Arbeitsplätze, als nach der Schliessung der Fabrik verloren gingen. Aber der Weg dahin ist ein langer, und nötig sind mutige Vorinvestitionen des Kantons.

Die Filme stehen auf der Website des MAS Raumplanung zur Ansicht bereit. Eine englische Synchronfassung wird ab Anfang 2019 ebenfalls bereitgestellt.